Für den Volkstrauertag 2025 entwickelte das Team YOUgend gemeinsam mit der Gemeinde
Hambrücken ein Projekt, das die Bedeutung des Gedenktages für junge Menschen spürbar,
verständlich und relevant machen sollte. Aus der Überzeugung heraus, dass sich das Leid und die
Grauen früherer Kriege niemals wiederholen dürfen, entstand das Projekt „Worte von damals –
Stimmen von heute“.
Das Team YOUgend besteht aus zwölf engagierten Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18
Jahren. Als offizielles Bindeglied zwischen Jugendforum und Gemeinde vertreten sie die
Gedanken, Wünsche und Anliegen junger Menschen in Hambrücken und bringen ihre
Perspektiven aktiv in das kommunale Leben ein.
Im Zentrum des Projekts stand das Vorlesen von Originalbriefen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die
Jugendlichen schenkten den Worten der Soldaten und ihrer Familien ihre eigenen Stimmen – und
damit neues Leben. Durch dieses bewusste „Hörbarmachen“ der Gefühle, Ängste und Hoffnungen
von damals gelang es ihnen, die tiefere Bedeutung des Volkstrauertags wieder in das öffentliche
Bewusstsein zu rücken.
Die Jugendlichen machten erfahrbar: Diese Stimmen dürfen nicht verstummen. Sie mahnen uns –
nicht nur am Volkstrauertag, sondern an jedem Tag – aufmerksam zu bleiben, aufeinander zu
hören und uns aktiv für Frieden, Freiheit und ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Erinnern
bedeutet nicht nur zurückzublicken, sondern Verantwortung zu übernehmen.
„Nie wieder Krieg“ braucht Haltung.
„Nie wieder Krieg“ braucht uns alle.Weitere Informationen über unser Projekt:
Das Projekt „Worte von damals – Stimmen von heute“ war für alle Beteiligten ein sehr emotionales
Erlebnis. Das Lesen der Originalbriefe hat die zwölf Jugendlichen des Teams YOUgend tief
bewegt, zum Nachdenken angeregt und sie für das Thema Krieg, Frieden und die Bedeutung der
Demokratie sensibilisiert. Durch die persönlichen Worte der Menschen von damals wurde
Geschichte für die Jugendlichen greifbarer als im klassischen Schulunterricht – sie erlebten
hautnah, welchen unschätzbaren Wert Frieden und Demokratie haben.
Auch die Besucherinnen und Besucher des Volkstrauertags waren von den vorgelesenen Zeilen
stark beeindruckt. Viele fühlten sich emotional berührt, und das gemeinsame Gedenken brachte
mehrere Generationen zusammen. Dieses bewusste Zuhören und Verstehen unterschiedlicher
Perspektiven ist ein besonderer Wert für die Gemeinschaft und bildet eine Grundlage für
demokratisches Miteinander.
Mit dem Projekt konnten wir nicht nur Geschichte lebendig machen, sondern auch wichtige
demokratische und menschliche Werte vermitteln: Empathie, Respekt, Aufmerksamkeit und
Verantwortung. „Worte von damals – Stimmen von heute“ zeigt, dass Erinnern mehr ist als ein
Rückblick – es ist ein aktiver Beitrag, um Frieden und Gemeinschaft zu stärken und die
Demokratie im Alltag erfahrbar zu machen.
Der Volkstrauertag wurde in Hambrücken in den letzten Jahren immer weniger besucht. Die
Bedeutung dieses Gedenktages – das Erinnern an Krieg, Leid und Verlust – schien an
Aufmerksamkeit zu verlieren. Besonders die junge Generation hatte kaum noch Berührungspunkte
mit diesem Tag. Gleichzeitig sind wir überzeugt: Wer die Schrecken von Krieg und Gewalt nicht
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mehr wahrnimmt, läuft Gefahr, sie zu vergessen – und damit auch, dass sie sich wiederholen
könnten.
Aus diesem Grund wollten wir gemeinsam mit dem Team YOUgend neue Wege finden, um den
Volkstrauertag wieder lebendig und bedeutungsvoll zu gestalten. Das zwölfköpfige
Jugendgremium vertritt die Interessen der 12- bis 18-Jährigen und bringt ihre Perspektiven aktiv in
das Gemeindeleben ein. Dabei war es uns besonders wichtig, dass junge Menschen erkennen,
warum Erinnern nicht nur eine Pflicht, sondern vor allem eine Verantwortung ist.
Die Idee entstand aus einer einfachen, aber zentralen Frage: Wie können wir die Vergangenheit
so vermitteln, dass sie die Menschen heute wirklich erreicht?
Unsere Antwort darauf war, den Stimmen von damals wieder Raum zu geben. Durch das Lesen
von Originalbriefen von der Front aus dem Zweiten Weltkrieg wollten wir den Gefühlen,
Hoffnungen und Ängsten der Menschen von damals Gehör schenken. Dadurch sollte spürbar
werden, dass hinter jedem historischen Datum echte Menschen standen – und echtes Leid.
So entstand das Projekt „Worte von damals – Stimmen von heute“.
Wir wollten nicht nur erinnern, sondern berühren. Nicht nur zurückblicken, sondern dazu beitragen,
dass die Botschaft des Volkstrauertages wieder verstanden wird: Niemals wieder Krieg.
Was ist das Besondere an unserem Projekt?
Das Projekt „Worte von damals – Stimmen von heute“ ist gerade in unserer Zeit besonders
bedeutsam für die Demokratie. Krieg und Gewalt bedrohen nicht nur Leben, sondern auch die
Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaft. Demokratie kann nur dort gedeihen, wo
Verständnis, Mitgefühl und Menschlichkeit gelebt werden.
Durch das Vorlesen von Originalbriefen aus dem Zweiten Weltkrieg haben die Jugendlichen des
Teams YOUgend diese Werte erfahrbar gemacht. Die Briefe geben Einblicke in die Sorgen,
Ängste und Hoffnungen der Menschen von damals und zeigen, dass selbst in Zeiten größter Not
Menschlichkeit und der Wunsch nach Frieden bewahrt wurden. Die Jugendlichen lassen diese
Stimmen heute hörbar werden – und schaffen so eine Brücke zwischen Vergangenheit und
Gegenwart.
Besonders macht unser Projekt, dass die junge Generation aktiv Verantwortung für Frieden und
demokratische Werte übernimmt. In Gesprächen über gesellschaftliche Themen, wie etwa die
Einführung eines neuen Wehrdienstmodells, erkennen die Jugendlichen, dass die Verantwortung
für ein friedliches Zusammenleben nicht nur in der Vergangenheit lag, sondern auch in ihren
Händen liegt.
Mit „Worte von damals – Stimmen von heute“ setzen wir ein klares Zeichen: Frieden und
Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit, sondern Aufgaben für jede Generation. Erinnern
bedeutet handeln – und handeln bedeutet, die Lehren der Geschichte zu nutzen, um eine gerechte
und friedliche Zukunft zu gestalten. „Nie wieder Krieg“ ist keine bloße Geschichte, sondern eine
Verantwortung, die wir alle teilen.
Wie haben wir das Projekt umgesetzt?
Die zwölf Mitglieder des Teams YOUgend haben das Projekt eigenständig und gemeinsam
realisiert. Zunächst durchsuchten sie die Archive der ehemaligen Heimatfreunde Hambrücken
nach geeigneten Originalbriefen von der Front aus dem Zweiten Weltkrieg. Dank der
Unterstützung älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger konnten die Briefe aus der Sütterlinschrift
übersetzt werden. Anschließend wurden die Texte in Word übertragen und sprachlich so
angepasst, dass sie beim Vorlesen für heutige Leserinnen und Leser verständlich sind, ohne den
ursprünglichen Ausdruck und die Emotionen zu verändern.
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Für die Bearbeitung der Briefe und die Projektplanung fanden regelmäßig Treffen im Rathaus
statt. Die Begeisterung der Jugendlichen für das Projekt war deutlich spürbar, da sie die Inhalte
emotional sehr bewegten. Unterschiedliche Meinungen und Ansichten wurden offen
angesprochen, diskutiert und gemeinsam in Entscheidungen einbezogen, zum Beispiel bei der
Festlegung der Reihenfolge der Briefe. Diese Vorgehensweise spiegelte die Prinzipien
demokratischer Zusammenarbeit wider: Zuhören, Diskutieren und gemeinsame Entscheidungen
treffen.
Die Mitglieder des Teams YOUgend konnten die Geschichte Deutschlands und die Folgen von
Krieg hautnah nachempfinden. Gleichzeitig erkannten sie den Wert der heutigen Demokratie und
die Verantwortung, die damit verbunden ist. Durch die gemeinsame Arbeit lernten sie nicht nur viel
über Geschichte, sondern auch, wie wichtig gegenseitiges Zuhören, Respekt vor anderen
Meinungen und Teamarbeit sind. Persönlich und gesellschaftlich haben die Jugendlichen erfahren,
dass Erinnern und Engagement untrennbar miteinander verbunden sind – und dass jeder Einzelne
Verantwortung übernehmen kann, um die Demokratie lebendig zu halten.
Welche Auswirkungen hat unser Projekt auf das Umfeld (z. B. Schule, Verein, Kommune)?
Das Projekt „Worte von damals – Stimmen von heute“ hat die Gemeinde Hambrücken nachhaltig
miteinander verbunden. Der Volkstrauertag wurde durch das Projekt wieder stärker ins
Bewusstsein der Einwohnerinnen und Einwohner gerückt, und die Bedeutung dieses Gedenktages
wurde klarer spürbar. Besonders deutlich wurde, wie wichtig Frieden ist und dass dieser nur
gemeinsam bewahrt werden kann.
Durch die engagierte Beteiligung der zwölf Mitglieder des Teams YOUgend entstand ein starkes
Gemeinschaftsgefühl, das sich in der hohen Besucherzahl am Volkstrauertag widerspiegelte. Die
Jugendlichen setzten nicht nur viel Zeit, sondern auch große persönliche Begeisterung und
Herzblut für das Projekt ein. Ihr Einsatz wurde von der Gemeinde und den Teilnehmenden
gleichermaßen anerkannt und gewürdigt.
Das Projekt wirkte sich darüber hinaus auf verschiedene Bereiche des Gemeindelebens aus: Es
brachte Generationen zusammen, öffnete Räume für Austausch über Geschichte und Demokratie
und stärkte das Bewusstsein für gemeinschaftliches Engagement. „Worte von damals – Stimmen
von heute“ zeigt, dass Erinnern, Mitmachen und Zusammenhalten die Grundlage für ein
lebendiges, demokratisches Miteinander sind.
Wohin soll sich unser Projekt in Zukunft entwickeln?
Der Volkstrauertag soll künftig jedes Jahr für alle Generationen ansprechend und erlebbar
gestaltet werden. Denn „Nie wieder Krieg“ ist nicht nur Geschichte – es ist eine Verantwortung, die
wir alle tragen.
Das Projekt „Worte von damals – Stimmen von heute“ war der Startschuss, um dem
Volkstrauertag in Hambrücken wieder mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung zu verleihen. In den
kommenden Jahren soll es als festes Format weitergeführt werden, um ein starkes Zeichen für
Frieden, Demokratie und europäische Werte zu setzen.
Ziel ist es, die Erinnerung lebendig zu halten, junge Menschen aktiv einzubeziehen und die
Botschaft von Verantwortung, Menschlichkeit und Zusammenhalt weiterzugeben. Das Projekt soll
ein dauerhaftes Signal für den Frieden in unserer Gemeinde und darüber hinaus in der Welt sein –
ein Mahnmal dafür, dass Engagement, Zuhören und gemeinsames Handeln für eine friedliche
Zukunft unerlässlich sind.