Wer ist fremd, wer ist anders?

Wer ist fremd, wer ist anders?

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Projektbeschreibung

Oktober 2009 - Juni 2010
Bei diesem Projekt sollte der Austausch von gerade nach Deutschland gekommenen Jugendlichen, und Karlsruher Jugendlichen mit Migrationshintergrund
angeregt werden. Auf dieser Grundlage stand das Vermitteln von Selbstvertrauen im Umgang mit einer neuen, fremden Kultur v. a. auf sprachlicher Ebene im
Vordergrund. Außerdem sollten grundlegende und weiterführende Kenntnisse im Umgang mit dem Computer und technischen Geräten, wie Film- und Fotokameras,
vermittelt werden. Dies geschah durch Bildbearbeitung, Fotografie, Film, Trickfilm und Vertonen der Clips.
Durch die Auseinandersetzung, wie man Szenen aufbaut und Geschichten anhand von Storyboards erzählt und beschreibt, fand eine inhaltliche Auseinandersetzung
mit dem Thema Fremd- und Anderssein statt. Wichtig war Verständnis zu erleben und Verständnis zu haben für die Individualität des Einzelnen auch bezogen auf die
Herkunft. Das Projekt sollte Hilfestellung bei der interkulturellen Orientierung geben und zu einer größeren Medienkompetenz z. B. im Umgang mit dem Internet
verhelfen.
Das Projekt startete im Oktober 2009. Es erfolgten Einladungen zu Mittwochsterminen an verschiedene Jugendhäuser und an Ajumi Karlsruhe. Im Jubez wurden
die Termine von den beiden Honorarkräften sehr gut vorbereitet. Die Teilnahme basierte auf Freiwilligkeit.
Die Vorbereitungen bestanden in einer Annäherung an die verschiedenen Kulturen. Beim ersten Treffen ging es v.a. um die Herkunft der Jugendlichen: „Woher kommen wir, seit wann sind wir in Deutschland ?“etc. Es nahmen Jugendliche aus Afghanistan, Nigeria, Tibet, Ghana und Irak teil. Im ersten Schritt haben sich die Teilnehmer gegenseitig fotografiert, die Fotos mit einem Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeitet, beschriftet und auf einer grossen Weltkarte verortet.
Die sprachlichen Barrieren waren sehr groß, und zu den ersten Terminen kam von Ajumi ein Übersetzer mit, der aber aufgrund der Vielfalt der Sprachen nicht immer
vermitteln konnte. Deshalb wurde in den nächsten Terminen ein Bildwörterbuch gestaltet auf dem Dinge des Alltags fotografisch festgehalten und in verschiedenen
Sprachen beschriftet wurden. Die Vorgehensweise war langsam, um allen einen Zugang zu der Arbeit mit dem Fotoapparat und dem Computer zu ermöglichen.
Außerdem haben die Jugendlichen mit Zeichenprogrammen angefangen kleine Bildfolgen zu gestalten, um mehr über das Prinzip des Filmens zu erfahren.
Aufbauend auf die photografische Arbeit und das Zeichnen am Computer wurde in den anschließenden Terminen mit der Arbeit an Trickfilmen begonnen. Mithilfe
von Trickboxen, Knete und dem Einsatz von Fotokameras wurden Fußballszenen nachgestellt.
Durch das Dazustoßen von Jugendlichen aus der Elisabeth Selbert Schule Karlsruhe wurden zum Kennenlernen Portraitfotos gemacht und diese bearbeitet:
zum Einen wurden Fotos mithilfe der Webcam am Laptop gemacht und diese dann bearbeitet, indem Hintergründe
ausgetauscht oder Verfremdungseffekte verwendet wurden. Zum Anderen wurden abstrakte Portraits mithilfe von Folien und Wasser (dies war auch
als eine Vertrauensübung gedacht, da die Fotos nur mithilfe aller funktionieren/gelingen konnten) angefertigt. Diese haben die Jugendlichen danach am PC mit Photoshop bearbeiten können. Mit theaterpädagogischen Übungen (Aufwärmübungen/Konzentrationsübungen/Körperübungen) wurde das Programm fortgesetzt um anschließend einfache
Dialoge in kleinen, selbst ausgedachten Szenen theatralisch umzusetzen. Dies war vor allem im Sinne der Sprachförderung sehr hilfreich.
Bei der erneuten Heranführung an das Thema (Trick-)Film wurden verschiedene Arbeitsschritte verfolgt:
1. Aufzeigen von Trickfilmbeispielen
2. Basteln eines Daumenkinos
3. Erstellen eines digitalen Daumenkinos mithilfe eines Internet-Programms (bei Interesse: http://www.benettonplay.com/toys/flipbookdeluxe/index.php)
Dabei haben wir auch kleine Interviews per Video mit den Jugendlichen geführt
4. Erarbeitung eines Storyboards:
- Annäherung an das Thema „Wer ist fremd, wer ist anders“, um daraus Geschichten zu entwickeln
- Aufzeichnen des Storyboards (Narration, Szeneneinteilung,Kameraperspektive etc.)
 5. Umsetzung der Filmideen in Kleingruppen mit verschiedenenTechniken.
Die Arbeit an den Filmen hat allen Beteiligten sehr großen
Spaß gemacht, v. a. die sehr aufwändige Umsetzung
der Stopmotiontechnik.
 

Projektträger
Jugendbegegnungszentrum Jubez, Karlsruhe e.V.
Kronenplatz 1
76133 Karlsruhe
Deutschland
Telefon: 
0721 / 935193
Fax: 
0721 / 9351955
E-Mail: 
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Infos
Zuletzt geändert: 
22.03.2016 - 16:10
Inhaltstyp: 
projekt
Beitrag Id: 
252034