Diese Liebesgeschichte erzählten sich die Menschen schon vor mehr als 2000 Jahren: Orpheus, der berühmte Sänger, liebt seine Freundin Eurydice so sehr, dass er sich nicht vorstellen kann, ohne sie zu leben. Als sie gestorben ist, versucht er , sie aus dem Totenreich zurückzuholen. Viele Komponisten haben zu dieser Geschichte wunderbare Musik geschrieben, aus der wir eine Auswahl miteinander aufführen wollen: eine richtige Oper also! Hättest Du Lust, dabei zu sein?
Teilnehmende Kinder: 68 Kinder zwischen 7-12 Jahren nahmen an dem Projekt teil. Es ist uns immer sehr wichtig, auch Kinder aus unterprivilegierten Verhältnissen mit unserer Einladung zu erreichen, deshalb ist der Zugang für „Bonuscard-Kinder“ kostenfrei. Um diese Kinder anzusprechen und einzuladen haben wir Kooperationen mit verschiedenen sozialen Verbänden und Vereinen (Caritas, Diakonie, Familienbildungsstätte, dem Runden Tisch Kinderarmut). Es gibt keine Zugangsvoraussetzungen, alle sind willkommen! Auch in diesem Jahr waren wieder Kinder mit chronischen Erkrankungen und psycho-sozialen Auffälligkeiten dabei, aber dank des großen persönlichen Engagements des gesamten Teams, besonders der 6 jugendlichen Betreuer, konnten alle gemeinsam das große Ziel erreichen: die öffentliche Opernaufführung am Ende der Woche, gemeinsam mit einem professionellen Orchester!„Eine Woche Glück“ war das Resümee eines Vaters. „Darf ich nächstes Jahr wiederkommen?“ fragen die meisten Kinder beim Abschied. Schluss-Überlegung: es war uns klar, dass wir mit diesem Stoff ein schwieriges Thema mit Kindern angehen: Reden über die Endlichkeit, über den Tod Es war uns zunächst nicht klar, dass wir 3 Kinder dabei hatten, im vergangenen Jahr ein Elternteil verloren und sich in einer Trauergruppe kennengelernt hatten. Dank der einfühlsamen, offenen und ehrlichen Arbeit unserer Regieführenden scheint es aber auch für diese Kinder gut gewesen zu sein, so jedenfalls die Rückmeldung der Familien. Eine Mutter berichtete nach Tagen, dass ihre Tochter durch das Singen noch einen anderen Zugang zum verstorbenen Vater, der Musik sehr geliebt hatte, bekommen habe. In jedem Fall ist für uns „Initiatoren“, trotz mancher Schwierigkeiten, die man miteinander durchbeißen muss, am Ende das Gefühl vorherrschend: es lohnt sich !! „Kinder brauchen Qualität!“ das ist uns wichtig! Und dass ein Künstler ordentlich arbeiten kann, dazu muss er halbwegs angemessen bezahlt werden! Das ist auch klar. In Zeiten knapper werdender Ressourcen wird es immer schwieriger, die nötigen Mittel für ein solches Projekt aufzutun (die öffentliche Hand hat nur noch wenig zu vergeben und schlägt uns vor, statt eines Orchesters ein Klavier zu engagieren! Wir möchten den Kindern aber die Möglichkeit geben, „mitten in der Musik zu sein“, und das geht eben nur mit Orchester!) Umso dankbarer sind wir der dm-Werner-Stiftung, dass sie uns dieses großartige Projekt ermöglicht !!
Das Betreuerteam bilden 6 Jugendliche zwischen 16 und 23 Jahren, die sich von morgens bis abends um die Kinder während und außerhalb der Proben kümmern und ganz wesentlich zum Gelingen des Projektes beitragen, weil sie sehr genau auf die einzelnen Kinder achten und sich bei Problemen mit den Dozenten besprechen. Sie sind Vertrauenspersonen für die Kinder, spielen und basteln mit ihnen in den Pausen, essen mit ihnen und trösten auch mal, wenn es nötig ist. Geprobt wurde jeden Tag von 9-17 Uhr in einem Tübinger Gymnasium. Es ist uns wichtig, dass alle Kinder singen und auf der Bühne spielen, sei es in einer Hauptrolle (diese wurden 2-3fach besetzt)oder als helle oder dunkle Geister oder die Schlange Für wirklich jedes Kind fand sich eine Rolle! Und am Schluss fühlten sich alle schön und interessant in ihren Kostümen („Antonia, kannst Du meiner Mama das Rezept für mein Kostüm schicken?“ fragte ein kleiner Geist). Die Probeneinheiten dauerten etwa 45 Min, danach gab es Pause mit Obst oder Getränken und ein bisschen Rumrennen und dann ging es meist mit einem anderen Dozenten weiter. Die Hauptmahlzeiten, frisch gekocht für alle, nahmen wir gemeinsam ein. Es herrschte eine fröhliche und doch arbeitsame Atmosphäre und manche Kinder wollten gar nicht heim, wenn sie um 17 Uhr abgeholt werden sollten. Am Ende der Woche die große öffentliche Aufführung, auf großer Bühne, mit viel Publikum und allen Kindern in schönen Kostümen! Das Highlight! Jedes Jahr beobachten wir, wie ernsthaft die Kinder auf die Aufführung zu arbeiten, wie sie dann alle Kräfte und Konzentration mobilisieren und immer über sich hinauswachsen! Und wie stolz sie den Applaus des Publikums genießen!