Menachem&Fred Wanderweg/Geocaching

Menachem&Fred Wanderweg/Geocaching

Snapshot Interkulturelles Lernen
Projektbeschreibung

Projektidee und Ziele:

Ausgehend von verschiedenen Projekten mit Schülern der Albert-Schweitzer-Schule Sinsheim (Buchpräsentation 2008, Deutschlandpremiere des Filmes Wiedersehen in Hoffenheim, 2009 Erstellung zweier Gedenksteine für die deportieren Juden aus Hoffenheim 2009 – 2010), entstand die Idee einer besonderen Möglichkeit der Erinnerung und Bewusstmachung des jüdischen Kulturerbes des Kraichgaus. Zwischen den beiden Orten Hoffenheim und Neidenstein befindet sich ein Weg, den die beiden Hoffenheimer Überlebenden Dr. Menachem Mayer und Fred Raymes in ihrer Kindheit an Wochenenden regelmäßig gegangen sind, um ihre Verwandtschaft im benachbarten Neidenstein zu besuchen. Dieser sollte nun entsprechend ausgewiesen, mit Infotafeln ausgestattet und beschildert werden. Eine Besonderheit dabei ist die Ausstattung des Weges (Umgebung) mittels Geocaching. Die Realisierung dieser Idee erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Anpfiff-ins-Leben und Erlebniszentrum Mühle Kolb. Jugendliche der U14 – U15 der TSG Hoffenheim sollten dabei sowohl in der Ausstattung des Wanderweges mit Geocaching als auch bei der Markierung des Wanderweges sowie in der inhaltlichen Gestaltung der Texte miteinbezogen werden. Die Pflege des Weges und Geocaching-Stationen soll in den kommenden Jahren mit Hilfe der Jugendlichen geschehen.

Projektablauf, Ereignisse und Perspektiven

Am 14.5. fand der erste Workshop im Förderzentrum der TSG 1899 Hoffenheim in Zuzenhausen statt. Ziel hierbei war, die Jugendlichen in das Thema einzustimmen und wesentliche Grundlagen des Projektes vorzustellen. Michael Heitz vermittelte in einer Präsentation Informationen und Lebensstationen der beiden Brüder Dr. Menachem Mayer und Fred Raymes. Im Anschluss zeigte Heitz wichtige Filmausschnitte des Films „Wiedersehen in Hoffenheim – Menachem & Fred“. Diese lösten bei einigen Teilnehmern große Betroffenheit aus und es entstand eine rege Diskussionsrunde. Einem Großteil der Spieler waren diese Geschehnisse während der NS-Zeit im Kraichgau völlig neu (viele der Spieler kommen nicht aus der Region, sondern zum Beispiel aus Mannheim, Ludwigsburg, Ludwigshafen, Heilbronn, Heidelberg, Frankfurt und Berlin). Besonders die Berichte über die Familie Hopp und deren heutige Freundschaft zu den beiden Brüdern stieß bei den Jugendlichen auf großes Interesse. Den Betreuern des Projektes wurde klar, dass nicht alle Fragen adäquat in dem 2,5 stündigen Workshop behandelt werden konnten. Den Jugendlichen wurde daraufhin die Möglichkeit gegeben sich Fragen zu notieren, welche in einem weiteren Workshop beantwortet werden sollten. Dr. Esther Graf und Manja Altenburg hatten die Aufgabe, diese für den nächsten Workshop vorzubereiten. Michael Winter vom Erlebniszentrum Mühle Kolb stellte abschließend den Spielern das Konzept des Geocaching vor.

Der zweite Workshop fand am 21.5. wiederum in Zuzenhausen statt. Dr. Esther Graf und Manja Altenburg von der Agentur für Jüdische Kulturvermittlung (Mannheim/Heidelberg) gingen zunächst auf die Fragen der Spieler ein. Darüber hinaus sprachen sie mit den Jugendlichen über wesentliche Aspekte der jüdischen Religion. Da beide seit vielen Jahren in jüdischen Gemeinden aktiv sind und viel mit Jugendlichen (jüdische und nichtjüdische) arbeiten, gelang es Ihnen in hervorragender Weise die Jugendlichen für das Thema zu interessieren und im Anschluss auch offenen mit ihnen darüber zu sprechen. In einer zweiten Arbeitsphase erarbeiteten die Jugendliche gemeinsam mit Dr. Esther Graf, Manja Altenburg, Michael Winter und Mitarbeiterinnen von Anpfiff-ins-Leben erste Inhalte für die Geocaching-Stationen. Die Ergebnisse der Gruppenarbeitsphase waren sehr ergiebig, so dass später Michael Winter und die Agentur für Jüdische Kulturvermittlung diese als Grundlage für die Stationen nehmen konnte.

Am 30. Mai fand der dritte Workshop statt. Aufgrund der Feriensituation (1.Woche Pfingstferien) standen den Jugendlichen und Mitarbeitern mehr als doppelt so viel Zeit zur Verfügung. Da diesmal nahezu der ganze Kader der U14 und U15 anwesend war, gab Michael Heitz zunächst eine kurze Einführung. Bisher an den Workshops anwesende Jugendliche ergänzten die Infos respektive schilderten ihre gemachten Eindrücke über das Projekt. Im Anschluss arbeiteten die Jugendlichen zweigeteilt. Eine Gruppe von ca. 20 Jugendlichen legten gemeinsam mit Michael Winter die genauen Orte der insgesamt 10 Geocaching-Stationen fest. Der eigentliche Arbeitsschwerpunkt lag allerdings beim sogenannten „Vergraben“ der Stationen. Dazu wurde die Gruppe nochmals geteilt, so dass alle Stationen ordnungsgemäß mit den Geocaching-Materialien entlang des ganzen Wanderwegs ausgestattet werden konnten. Die andere Gruppe mit ebenfalls ca. 20 Teilnehmern wurde in einem ersten Schritt von zwei Mitgliedern des Odenwaldklubs (Sektion Wiesloch Kraichgau) über das Anbringen der Markierungszeichen instruiert. Diese Gruppe wurde dann am Bahnhof Hoffenheim nochmals geteilt. Beide Gruppen arbeiteten sehr effizient, so dass die ganze Wegstrecke vom Bahnhof Hoffenheim zum Bahnhof Neidenstein markiert werden konnte. Ein gemeinsames Grillen schloss den intensiven Arbeitstag ab. 
Für die Zukunft ist geplant, dass die Jugendlichen (bzw. nachfolgende Spielergenerationen) den Weg und die Stationen in Zusammenarbeit mit dem Erlebniszentrum Mühle Kolb und den am Projekte beteiligten Vereinen pflegen und somit für Kontinuität sorgen werden.

Die offizielle Einweihung des Wanderweges und des Geocachingprojektes findet am 12. Juli  2012 statt.

Projektträger
Jüdisches Leben Kraichgau e.V./Heimatverein Hoffenheim e.V./Verein für Kultur- und Heimatpflege Neidenstein
Breslauer Straße 1
75031 Eppingen
Deutschland
Telefon: 
07262 4016