Was genau ist das Projekt bzw. was wurde geplant und was tatsachlich gemacht?
ikimiz-Mentoring ist ein 1:1-Mentoringprojekt in Stuttgart. Schuler*innen und Studierende
begleiten jeweils ein Grundschulkind mit turkischem Migrationshintergrund uber einen
längeren Zeitraum.
Ziel des Projektes ist, Kinder sowohl schulisch als auch personlich zu unterstutzen und wird
so umgesetzt:
Die Mentor*innen helfen bei Hausaufgaben, beim Lernen und bei schulischen Fragen.
Gleichzeitig verbringen sie ihre Freizeit mit den Mentees, unternehmen etwas zusammen,
sprechen uber Sorgen, Ziele und Traume. Es geht also nicht nur um Noten, sondern um
Vertrauen, Freundschaft und echte Begegnungen.
Was ist das Ziel des Projekts?
Ziel ist es, Kinder zu starken, schulisch und personlich. Sie sollen sich in ihrem Alltag ermutigt
fühlen mit dem Wissen, nicht alleine zu sein.
Gleichzeitig übernehmen Jugendliche als Mentor*innen Verantwortung und werden selbst
zu Vorbildern.
Wer hatte die Idee zum Projekt und wie kam es uberhaupt zu dieser Idee?
Die Idee entstand im Deutsch-Turkischen Forum Stuttgart. Man hat gesehen, dass viele
Kinder zwar Potenzial haben, aber manchmal keine zusatzliche Unterstutzung oder Vorbilder
außerhalb der Familie.
Deshalb wurde ein Projekt entwickelt, bei dem Jugendliche jüngere Kinder auf Augenhöhe,
mit Verstandnis und eigenen Erfahrungen begleiten. Der Name „ikimiz“ bedeutet „wir beide“
und beschreibt genau diese besondere Beziehung.
Gibt oder gab es in der Umgebung schon ähnliche Projekte oder ist das Projekt etwas ganz
Neues?
Es gibt verschiedene Mentoring-Projekte, aber ikimiz-Mentoring ist in Stuttgart seit vielen
Jahren fest etabliert und besonders, weil es schulische Unterstutzung mit personlicher
Begleitung und kultureller Sensibilitat verbindet.
Die enge Zusammenarbeit mit Familien, Schulen und Mentor*innen macht das Projekt
einzigartig in seiner Form.
Wie viele Kinder und Jugendliche haben das Projekt geleitet oder wurde es von
Erwachsenen geleitet?
Das Projekt wird organisatorisch vom Projektteam des Deutsch-Türkischen Forums begleitet.
Außerdem erstellt das Projektteam jedes Jahr in enger Absprache mit den Jugendlichen eine
Fortbildungsreihe, die auch an einem gemeinsamen Wochenende in einer anderen Stadt
stattfindet. Themen sind dabei z.B. der Kinderschutz in der ehrenamtlichen Arbeit mit
Kindern oder meine Rolle als Mentor*in.
Im Mittelpunkt des Mentorings stehen jedoch die Jugendlichen selbst: Die Mentor*innen
(Schülerinnen und Studierende) gestalten die Treffen aktiv mit, ubernehmen Verantwortung
und prägen das Projekt im direkten Kontakt mit ihren Mentees.
Wie viele Kinder und Jugendliche waren am Projekt beteiligt und wie alt waren sie?
Aktuell gibt es rund 30 Tandems.
Die Mentees sind Grundschulkinder.
Die Mentorinnen sind meist Schuler*innen der Oberstufe oder Studierende, also junge
Menschen zwischen ca. 16 und Mitte 20.
Wie wurde das Projekt beworben bzw. in der Öffentlichkeit gezeigt? Oder war das Projekt
nach außen unsichtbar?
Das Projekt wird uber Schulen, Netzwerke und die Website des Deutsch-Turkischen Forums
bekannt gemacht. Außerdem wird es bei Informationsveranstaltungen vorgestellt.
Im Alltag findet das Mentoring eher im kleineren Rahmen statt. Sichtbar wird es vor allem
durch die positiven Entwicklungen der Kinder und Jugendlichen selbst.
Wie lange lief das Projekt (von wann bis wann) und ist es jetzt abgeschlossen?
Das Projekt besteht seit 2010 und lauft kontinuierlich weiter. Es ist kein einmaliges Projekt,
sondern langfristig angelegt.
Was passiert als nachstes? Wird das Projekt weitergefuhrt oder ist es jetzt vorbei? Sind
vielleicht andere Projekte daraus entstanden?
Das Projekt wird weitergeführt. Jedes Jahr starten neue Tandems. Viele ehemalige
Mentor*innen bleiben dem Netzwerk verbunden oder engagieren sich weiterhin im
Bildungsbereich. So entstehen neue Ideen, Kooperationen und Projekte, die aus dem
Mentoring herauswachsen.