Mein Projekt „Den Deutschen Schäflein“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Demokratie eigentlich funktioniert und welche Spannungen in ihr stecken. Im Bild steht ein Schäfer als Symbol für den Staat in der Mitte. Auf der einen Seite sieht man eine vielfältige, pluralistische Gesellschaft, auf der anderen Seite sogenannte „Schafsköpfe“, die eher intolerante oder autoritäre Haltungen vertreten.
Mir ging es darum zu zeigen, dass Demokratie nicht nur mit den „einfachen“ oder zustimmenden Stimmen umgehen muss, sondern auch mit Kritik und Ablehnung. Der Titel spielt bewusst ironisch auf „Dem Deutschen Volke“ an und soll zum Nachdenken darüber anregen, wer in einer Demokratie eigentlich gemeint ist.
Ich habe das Projekt komplett allein umgesetzt – von der ersten Idee bis zum fertigen Bild. Ausgangspunkt war der Wunsch, ein Thema darzustellen, das mich persönlich beschäftigt und das mehr ist als nur „schön gemalt“.
Während des Malens war es manchmal gar nicht so einfach, die richtige Balance zu finden: Das Bild sollte verständlich sein, aber nicht zu simpel wirken. Einige Dinge haben sich im Prozess anders entwickelt als geplant, zum Beispiel einzelne Gesichter oder Figuren. Statt das als Fehler zu sehen, habe ich versucht, diese Veränderungen in das Gesamtbild einzubauen.
Besonders spannend war für mich, wie das Bild aufgenommen wurde: In der Schule hat es viele Gespräche ausgelöst, sowohl bei Mitschüler*innen als auch bei Lehrkräften. Teilweise wurde es sogar im Unterricht besprochen. Dadurch ist aus meinem ursprünglichen Projekt mehr geworden als gedacht – nämlich ein Anstoß für Diskussionen über Demokratie und den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen.